Voice over IP

Vor einigen Jahren noch waren Daten- und Telefonnetze strikt voneinander getrennt. Jedes Netz wurde für sich betrieben und an eine Übertragung von Daten und Sprache innerhalb des gleichen Netzes war nicht zu denken. Durch die rasanten technischen Weiterentwicklungen wurden jedoch in den zurückliegenden Jahren die Bereiche IT und TK immer mehr zusammengeführt. Mit VoIP (Voice over Internet Protocol) wurde dann letztendlich die Möglichkeit geschaffen, Sprache und Daten über ein gemeinsames Netz zu übertragen.

Die ersten Versuche mit VoIP wurden 1995 von der israelischen Firma VocalTec unternommen. Der Durchbruch in Deutschland gelang erst gut 10 Jahre später, als die erforderliche Hardware ausgereifter, zahlreiche Anbieter am Markt und höhere Bandbreiten durch Breitbandanschlüsse verfügbar waren. Auf Grund der stetig sinkenden Preise konnte letztendlich dann auch das Privatkundensegment erschlossen werden.


Bits und Bytes

Sprachqualität

Im Gegensatz zur Festnetztelefonie, bei der jedes gesprochene Wort/jede gesprochene Silbe direkt über einen festen Kanal übertragen wird, wandelt VoIP die Sprache in digitale Signale um und erzeugt daraus viele kleine komprimierte Datenpakete und verschickt diese nacheinander an den Empfänger. Man spricht somit von einer paketorientierten Übermittlung. Die an der Gegenstelle eintreffenden Sprachpakete werden für einen kurzen Zeitraum im Millisekundenbereich vom Endgerät zwischengespeichert und anschließend, nachdem sie entschlüsselt wurden, über den Lautsprecher bzw. über den Telefonhörer wiedergegeben. Damit nun keine Einbußen bei der Sprachqualität hingenommen werden müssen, darf die Übertragungsdauer eines Sprachpakets zwischen Sender und Empfänger eine Zeitspanne von 150 Millisekunden (Latenz/Delay) nicht überschreiten. Um dies zu gewährleisten, werden moderne IP-Netze so konfiguriert bzw. mit entsprechenden Routern und Switchen ausgestattet, dass die übertragenen Sprachpakete mit Vorrang vor den Datenpaketen transportiert werden und stets eine gewisse Bandbreite für Sprache reserviert bleibt. Man spricht hier auch vom "Quality of Service" oder "QoS".

24 Port Netzwerkswitch


Als groben Orientierungspunkt kann eine erforderliche Bandbreite von ca. 100kbit/s je Gespräch im Up- und Downstream angenommen werden. Durch den Einsatz von unterschiedlichen Codecs und die damit verbundene höhere Datenkompression kann die erforderliche Mindestbandbreite auch noch weiter nach unten reduziert werden. Jedoch hat eine zunehmende Datenkomprimierung auch Einbußen bei der Sprachqualität zur Folge. Als Standard kann hier der Codec G.711 genannt werden, mit dem eine Sprachqualität auf heutigem ISDN-Niveau erreicht wird.

Vorteile

Die Vorteile bei VoIP liegen darin, dass Sprach- und Datenverbindungen in einem gemeinsamen Netzwerk (LAN) bereitgestellt werden können, wodurch die Netzinfrastruktur eines Unternehmens deutlich schlanker ausfallen kann als bisher. Zudem können administrative Tätigkeiten zentralisiert und somit effizienter gestaltet werden. Für den Endanwender selbst ergibt sich der Vorteil, dass er nicht mehr an den physikalischen Anschluss seines Endgerätes gebunden ist, sondern theoretisch an jedem beliebigen Unternehmensstandort mit seinem Endgerät und unter seiner Rufnummer erreichbar sein kann.

Weitere Informationen erhalten Sie unter :  Telefonhörer 0800-300 60 100